meine ETF Rente
Einleitung
Wer sein Vermögen im Alter nutzt, will das Beste daraus machen. Dabei gerät die Auszahlungsdauer in den Blick. Die Überlegung könnte etwas makaber wirken, ist aber wichtig: Wie lange soll das Geld reichen? Das Statistische Bundesamt hilft dabei: Ein 65-jähriger Mann hat im Durchschnitt noch weitere 18 Jahre vor sich, eine 65-jährige Frau weitere 21 Jahre.
So viel zum Durchschnitt. Aber: Rund die Hälfte der Menschen wird älter. Daher empfehlen wir, einen eher großzügigen Puffer anzusetzen und bis zum Alter von 95 Jahren zu rechnen. Für 65-jährige bedeutet das, mit einer Laufzeit von 30 Jahren zu planen. Wer später anfängt oder aus anderen Gründen nicht so lange planen möchte, kann auch mit kürzeren Laufzeiten rechnen.
Für eine Laufzeit von 30 Jahren planen
Aber welchen Betrag kann man über 30 Jahre entnehmen? Wann ist er zu niedrig, wann zu hoch? Die simpelste Methode ist suboptimal: Das Vermögen zum Rentenbeginn durch 30 zu teilen und dann jedes Jahr diesen gleichbleibenden Betrag zu entnehmen, ergibt sehr wahrscheinlich einen zu geringen Betrag. Denn Zinsen vom Tagesgeld und Dividenden und Kursgewinne der Aktien-ETF bleiben ungenutzt. Das freut die Erben, aber die Seniorinnen und Senioren hätten sich ein schöneres Leben machen können.
Es ist auch nicht sinnvoll, nur auf die Durchschnittsrenditen der Vergangenheit zu schauen und die Auszahlungen damit auszurechnen. Im Schnitt hat der Aktienmarkt über 30 Jahre rund 8 Prozent Rendite pro Jahr geliefert. Wer davon ausgeht, übersieht, dass die Rendite nicht Jahr für Jahr erzielt wurde. Bei starken Börsencrashs am Anfang eines Entnahmeplans wäre das Vermögen so vorzeitig aufgebraucht.
Passenden Ansatz wählen
Die Grafik zeigt Renten und das Vermögen bei den fünf Entnahmestrategien für ein ausgewogenes Portfolio über die vergangenen 30 Jahre. Die fixe und die Zins-und-Dividenden-Rente wurden mit der Zeit von den anderen Strategien überholt, zum Schluss blieb aber viel Vermögen übrig. Die flexible Rente war meist am höchsten, aber schwankte stark. Vor Senkungen schützten die Rente mit Puffer und die lernende Rente gut. Letztere war zu Beginn am höchsten, am Ende blieb fast die Hälfte des Anfangskapitals.


Rente mit Puffer
Stabile Rente mit vorsichtigem Start
Während die Beträge für eine flexible Rente bei einem Start kurz vor einer Börsenkrise deutlich abgesenkt werden mussten, blieb die Höhe mit dem Puffer-Modell konstant und stieg mit der Erholung der Aktienmärkte an.
Der Puffer ist umso höher, je besser die Börsen laufen. In Boomphasen ist er am größten. Hier planen wir ein, dass schon morgen ein Crash das Aktienvermögen um 60 Prozent reduzieren könnte. Ist der Markt dagegen bereits um 20 Prozent gefallen, gehen wir davon aus, dass der Markt nur noch um weitere 25 Prozent fallen kann. Daher setzen wir den Puffer nun niedriger an. Nach einem ganz schlimmen Crash würden wir ihn weglassen. Das führt dazu, dass die Renten umso niedriger starten, je höher der Aktienmarkt steht.
Nicht nur Crashs kalkuliert der Puffer ein, sondern auch eine anschließende Erholung der Kurse. Unser Modell geht davon aus, dass der Aktienmarkt sich im Schnitt mit 7 Prozent pro Jahr entwickelt
Aktienrendite federt Inflation ab
Laufen die Börsen gut, erlaubt die Puffer-Strategie ordentliche Rentenerhöhungen, die auch hohe Inflationsraten ausgleichen können – interessant für vorsichtige Rentner, die mit langfristig steigenden Kosten etwa für die Pflege rechnen.
In dem Rentenverlauf unserer Modellrechnung unten gibt es einen kräftigen Rentensprung nach 25 Jahren jedoch noch aus einem anderen Grund: Wir schichten fünf Jahre vor Ende der geplanten Laufzeit alles Vermögen ins Tagesgeld um und zahlen dann nach der Strategie der flexiblen Entnahme aus. Jedes Jahr wird also das Restvermögen durch die Restlaufzeit geteilt.
